Salzkammergut-Lokalbahn



(Ischlerbahn) S.K.G.L.B.



SKGLB Strecke: Salzburg - St. Lorenz - St. Gilgen - Bad Ischl
St. Lorenz - Mondsee
Länge: 63,2 km
Spurweite: 760 mm
Höchstgeschwindigkeit: 40 km/h
Kleinster Radius: 60 m
Höchste Steigung: 27,5 %
Eigentümer: Salzkammergut-Lokalbahn AG
Eröffnet am: 5.08.1890 Bad Ischl - Strobl
28.07.1891 Mondsee - Salzburg
20.06.1893 Strobl - St. Lorenz
03.07.1894 Ischl Lbhf. - Ischl St.bhf.
Stillgelegt am: 30.09.1957 (Personenverkehr)
10.10.1957 (Güterverkehr)

Chronik:

13.01.1890 Konzession an Ing. Michel und das Unter- nehmen Stern & Hafferl
05.08.1890 Eröffnung Bad Ischl LB - Strobl
28.07.1891 Eröffnung Salzburg - Mondsee
20.06.1893 Eröffnung Strobl - St. Lorenz Kaiser Franz-Josef fährt von Salzburg nach Mondsee
01.08.1893 Eröffnung Schafbergbahn durch SKGLB
03.07.1894 Eröffnung Bad Ischl Lokalbahnhof - Bad Ischl Staatsbahnhof
03.1896 Hochwasserschäden St. Lorenz - St. Gilgen
09.1997 Hochwasserschäden auf Gesamtstrecke
1904 Anhebung der Höchstgeschwindigkeit ab-schnittsweise auf 40 km/h
02.04.1907 Bergsturz bei Lueg. Schiffersatzverkehr bis 14.7.1907
1909 Neubau Lokalbahnhof in Salzburg
1912 Erstmalige Planung der Elektrifizierung
1914 Erstmals Schnellzüge auf der SKGLB
1916 Auflassung der 1. Klasse
14. - 15.12.1917 Einstellung der Bahn wegen Kohlenmangel
1917-18 Abgabe von 6 Heeresfeldbahn-Lokomotiven
22.8.1920 Erster "Theaterzug" nach Ende von Festspielveranstaltungen Salzburg - Bad Ischl
01.12.1920 Übernahme der SKGLB durch die Staatsbahn
01.02.1925 SKGLB wird wieder Eigentümer
15.02.1925 Ein Föhnsturm weht einen Zug bei Strobl um.
26.09.1926 Schnellzug Bad Ischl - Salzburg entgleist bei Aich
1928 Erstmals vierachsige Personenwaggons
1931 Verkauf von Schafbergbahn, Hotel und Teile der Schifffahrt auf dem Wolfgangsee an das Verkehrsbüro
01.06.1933 1000-Mark-Abgabe durch die deutsche NS-Regierung eingeführt
15.07.1933 Weihe der ersten Austro-Daimler Triebwagen
1937 Einstellung des Betriebs vom 9.2. - 10.3. (wirtschaftliche Notlage)
1939 96 % der SKGLB-Aktien gehen an die Gaue Oberdonau und Salzburg
11.4.1945 2 Langstreckenjagdflugzeuge Lockhead P-38 Lightning bombardieren bei Teufelmühle einen SKGLB-Zug, wobei 5 Menschen den Tod finden
08.-14.05.1945 Betrieb eingestellt
21.08.1945 Memorandum zur Übernahme der SKGLB durch die Staatsbahnen (ÖBB)
03.09.1946 Aufsichtsrat beschließt Elektrifizierung der SKGLB
1948 ERP-Fonds (Marshallplan) stellt Finanzierung der Elektrifizierung in Aussicht. Verkehrsminister lehnt ab.
21.3.1948 Lok 6 (mit Leerpersonenzug) stürzt in der Nacht bei Scharfling nach einem Bergsturz in den Mondsee. Die gesamte Mannschaft fand den Tod. Strecke bis 5.5. gesperrt.
1950 ÖBB planen Übernahme der SKGLB und Verdieselung. Verkehrsministerium lehnt neuerlich die ERP-Finanzierung hierfür ab.
1955 Ing. Stern (Unternehmen Stern & Hafferl) legt fertiges Modernisierungsprojekt vor.
09.04.1957 Die Länder Oberösterreich und Salzburg schlagen dem Bund die Übernahme der SKGLB durch die ÖBB vor (mit Finanzierungszusage). Verkehrsminister antwortet nicht.
20.08.1957 Modernisierungsvorschlag durch DI Hubert Anselm
30.09.1957 Salzburger Volksblatt druckt Wortlaut eines Telegramms zur Rettung der SKGLB ab. Bundespräsident Schärf antwortet nicht.
30.09.1957 Die Länder Oberösterreich und Salzburg stellen die SKGLB ein. Es fährt der letzte Personenzug.
10.10.1957 Der letzte Güterzug befährt die Ischlerbahn.
1958 Die Abbrucharbeiten der SKGLB kosten 80 Mio. Schilling. (Die Modernisierungs-maßnahmen hätten 44 Mio. Schilling gekostet, der Ausbau der Bundes- und Landesstraße kostete 350 Mio. Schilling)

 

Lokomotiven:

Nr.: Herst./Bauj. Auf der SKGLB seit Achs-anordn. Verbleib
1 KrLi 2324/1890 1890 B n2t Kriegsverlust 1918
2 KrLi 2325/1890 1890 B n2t verschrottet 1953
3 KrLi 2340/1890 1891 C1n2t verschrottet 1958
4 KrLi 2341/1890 1891 C1n2t SKGLB-Museum
5 KrLi 2342/1890 1891 C1n2t SKGLB-Museum
6 KrLi 2511/1891 1893 C1n2t verschrottet 1948
7 KrLi 2751/1892 1893 C1n2t Club 760, Frojach
8 KrLi 2752/1892 1893 C1n2t Kriegsverlust 1918
9 KrLi 2821/1893 1893 C1n2t SKGLB-Museum
10 KrLi 2822/1893 1893 C1n2t verschrottet 1958
11 KrLi 3034/1894 1984 C1n2t Steierm. LB (S 11)
12 KrLi 5513/1906 1906 C1n2t SKGLB-Museum
19 FrB 2855/1944 1946 Dh2 Steierm. LB (699.01)
20 KrLi 1335/1923 1925 Dn2vt verschrottet 1957
21 Maff 3965/1920 1928 Eh2t verschrottet 1955
22 Bors 14806/1939 1945 En2 Zillertalbahn (ZB 4)
30 O&K 13573/1940 1942 Cn2t verschrottet 1957
31 O&K 13574/1940 1942 Cn2t verschrottet 1957
32 BMF 2187/1944 1945 Cn2 verschrottet 1955
33 He 25342/1942 1945 Cn2 verschrottet 1955
D40 Deutz 36643/1942 1945 D Club 760, Mauternd.
452 AD 1933 1933 (1A)(1A) 1939 StLB, verschr.
454 AD 1933 1933 (1A)(1A) 1939 StLB, verschr.
456 AD 1933 1933 (1A)(1A) 1939 StLB, verschr.
672 1928 Bo2 StLB, Murtalbar

 

Personenwaggons:

Nr.: Bezeichn. Baujahr Achsen Nummer ab 30/32
1 S (Salonw.) 1890 2 151
2 - 5 C (3. Kl.) 1890 2 504, 506
6 - 8 C 1890 2 UB zu Güterwgg.
16 - 17 A (1. Kl.) 1891 2 UB zu Güterwgg.
18 - 19 AC (1./3.Kl.) 1891 2 351, 353
20 - 21 AC 1891 2 355, 357
22 - 30 C 1891 2 UB zu Güterwgg.
31 - 35 C 1893 2 555, 557, 559
36 - 37 A 1893 2 101, 359
38 - 39 AC 1893 2 361, 363
40 - 47 C 1893 2 501 - 513
48 - 50 A 1894 2 102, 104, 154
51 S (Salonw.) 1894 4 672 (Triebwag.)
150 - 151 A 1896 2 106, 108
152 S (Salonw.) 1906 2 152
153 A 1906 2 110
154 - 157 C 1906 2 552 - 558
158 - 162 C 1925 2 560 - 568
163 - 167 C 1925 2 561 - 569
201 - 205 Ca 1928 4 652 - 660
9 - 12 D (Gepackw.) 1890/91 2 751 - 755, 851
13 - 15 F (Postw.) 1891 2 952, 954, 956
24, 32, 35 D 1925 1 UB aus C 24,32,35

 

Güterwaggons:

Nr.: Bezeichn. Baujahr Achsen Nummer ab 30/32
4, 6 - 8 Jr 1925/27 2 UB aus C 4,6,7,8
16 - 17 Jr 1926/28 2 UB aus B 16,17
52 G 1890 2 1301
53 - 55 G 1890 2 1201 - 1203
56 - 59 G 1891 2 1302 -1305
60 - 69 G 1892/93 2 1101 - 1110
70 - 71 K 1890 2 5301 - 5302
72 - 76 K 1890 2 5201 - 5205
77 K 1890 2 5303
78 - 79 K 1893 2 5101 - 5102
80 - 89 K 1893 2 6151 - 6160
90 - 95 K 1893 2 5103 - 5105
96 Ja 1890 2 8301
97 - 99 Ja 1890 2 8201 - 8203
100-106 J 1893 2 4101-04, 8101-03
107-111 Ky 1900 3 6161 - 6165
112-113 G 1900 2 1306 - 1307
114-115 Ky 1906 3 6451, 6351
116-123 Kyr 1906 3 3351-54, 3451-54
124-127 Kyr 1906 3 6166 - 6169
128 Jhyr 1906 3 9151
129 Jhyr 1906 3 9152
130-135 Ka 1929 4 7001 - 7006 (UB)

 

Haltestellen und Bahnhöfe:

Haltestelle km (von Ischl) Seehöhe
Salzburg Lokalbahnhof 63,2 km 420 m
Salzburg Frachtenbahnhof 61,6 km 425 m
Salzburg Itzling 61,4 km 426 m
Söllheim Haltestelle 58,9 km 452 m
Fichtelmühle Haltestelle 56,4 km 516 m
Eugendorf-Kallham 53,6 km 557 m
Kraiwiesen 50,1 km 593 m
Enzersberg Haltestelle 46,3 km 599 m
Irlach 44,9 km 581 m
Thalgau 42,6 km 545 m
Vetterbach Haltestelle 40,4 km 535 m
Teufelmühle Haltestelle 39,0 km 513 m
St. Lorenz 35,1 km 488 m
St. Lorenz 0,0 km  
Schwarzindien Hst. 1,3 km 489 m
Leitnerbräukeller H. 3,0 km 482 m
Mondsee 3,5 km 482 m
Plomberg Haltestelle 32,7 km 485 m
Scharfling Haltestelle 30,4 km 559 m
Hüttenstein Haltestelle 28,3 km 580 m
Aich Halte- u. Ladestelle 27,7 km 578 m
Billroth Haltestelle 26,1 km 573 m
St. Gilgen 24,6 km 557 m
Lueg Haltestelle 23,2 km 540 m
Gschwandt Haltestelle 20,6 km 540 m
Zinkenbach Halte- u. Ladestelle 18,2 km 550 m
St. Wolfgang Lokalbahnhof 17,2 km 540 m
Strobl 12,7 km 546 m
Weißenbach b. Strobl Hst. 10,9 km 540 m
Aigen-Voglhub 9,1 km 521 m
Wacht Haltestelle 8,0 km 515 m
Aschau Golfplatz 7,1 km 506 m
Pfandl Haltestelle 4,8 km 488 m
Kaltenbach Haltestelle 2,2 km 474 m
Bad Ischl Güterbahnhof 1,3 km 468 m
Bad Ischl Staatsbahnhof 0,0 km 466 m

 

Transportaufgaben:

Die SKGLB hatte vielfältige Transportaufgaben. Im Personenverkehr diente sie vornehmlich der Beförderung von Schülern und Pendlern in die Landeshauptstadt Salzburg und zu den Schulbezirken Mondsee und Bad Ischl.

Besonders im Sommer entwickelte sich bald internationaler Tourismus, der der Bahn oft alle Kapazitäten abverlangte und zu einem wichtigen Standbein der SKGLB mutierte. Es kam sogar zur Führung von Reisebüro-Sonderzügen ab Salzburg ins Salzkammergut. Auch die Einführung des Theaterzuges zeigte den Stellenwert der Bahnlinie für die Kulturstadt Salzburg.

Der Güterverkehr konnte sich auf eine Vielzahl von Kunden im holzverarbei-tenden Bereich stützen. Post-, Stückgut, aber auch Milchtransporte ergänzten die durch die SKGLB zu transportierende Produktpalette.

Erschwerend für die Erfüllung der Transportaufgaben durch die Bahn war der zunehmend veraltete Fuhrpark. Während die Güterwagen zwischen 1893 und 1906 gebaut wurden und bis 1957 in Dienst standen, wurden auch im Personenverkehr die letzten Modernisierungen 1928 durch die Inbetriebnahme der 5 4-Achs-Waggons getätigt.

Fahrpläne:

Der Betrieb begann 1890 mit 8 täglichen Zügen pro Richtung zwischen Bad Ischl LB und Strobl. 1896 befuhren 6 durchgehende Zugspaare die Gesamtstrecke, hinzu kamen 4 Zugspaare auf Teilstrecken (z. B. Bad Ischl LB - St. Wolfgang LB).

1914 begann die Ära der Schnellzüge. 2 mal täglich verbanden in den Sommermonaten Züge Salzburg mit Bad Ischl und retour in einer Fahrzeit von 2 Stunden 18 Minuten. Hinzu kamen 5 durchgehende Zugspaare sowie 3 Zugspaare auf Teilstrecken.

1919 mußte aufgrund der wirtschaftlichen Situation der Nachkriegszeit der Zugsverkehr drastisch eingeschränkt werden. 2 tägliche Zugspaare mit Postkurs waren das gesamte Angebot.

1920 wurde der "Theaterzug" eingeführt, welcher um 22.50 Salzburg verließ und bis Bad Ischl und retour fuhr (an Salzburg um 4.10). Das Publikum bestand vornehmlich aus Festspielgästen der Salzburger Festspiele.

Während der Staatsbahnzeit fuhren neben den beiden Schnellzugspaaren 5 durchgehende Zugspaare sowie einige Zugspaare in Teilstrecken.

Auch 1939 verkehrten 10 Zugspaare in der Gesamt- oder auf Teilstrecken.

Im letzten Jahr 1957 wurden noch 4 durchgehende Zugspaare und je 2 Züge auf Teilabschnitten in Betrieb gesetzt.

Auf der Nebenstrecke St. Lorenz - Mondsee fuhren bis zu 11 Zugspaare, vorwiegend betrieben durch den Triebwagen 672 (im Volksmund "Mondseer Kuh" genannt). Es bestand in St. Lorenz immer Anschluß zu den Zügen nach Salzburg und Bad Ischl.

Bücher:

Von Salzburg nach Bad Ischl*
Verlag Slezak, 2. Auflage (1995), Autor: J. O. Slezak, 192 Seiten, 26 Farb- und 253 s/w-Bilder, zahlreiche Zeichnungen und Pläne.
ISBN 3-85416-170-0

Die Salzkammergut-Lokalbahn
"Bahn im Bild 7" (1979), Texte: Alfred Luft

Zwischen Salzburg und Bad Ischl
(1983), Autoren: Kroiss/Bichler

Salzkammergut-Lokalbahn
ESA-Sammelheft Nr. 10 (1978), Verlag Slezak
ISBN 3-900134-51-0

Videos:

Die Salzkammergut-Lokalbahn: Salzburg - Bad Ischl*
Vertrieb: Bahn im Film, 60 Minuten

Von Salzburg nach Bad Ischl*
Vertrieb: Rio Grande, 58 Minuten

 

Quellen:

Erstellt von: G. Pitterka, 11. 02. 2000

Konzept belegt Wirtschaftlichkeit
Ing. Peter Kemptner und Gottfried Mayer stellten das generelle Konzept zur Wiedererrichtung der Salzkammergut-Lokalbahn vor.
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Wiedererrichtung der Salzkammergut-Lokalbahn

www.SKGLB.org
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