Die "PFIFF"-ige Ischlerbahn

 

21.09.2004



Die

Nachrichten des "CLUB SALZKAMMERGUT-LOKALBAHN", Wien - Bad Ischl
"Zwischen SALZBURG und BAD ISCHL"
Eine Vielbesungene stellt sich vor

Schon frühzeitig wurde das Salzkammergut für Salztransporte verkehrsmäßig erschlossen. Ursprünglich bediente man sich der Schiffahrt und beförderte das Salz in Plätten über die Traun. Aber der Traunfall bildete auf diesem Weg ein schweres Hindernis. Deshalb wurde nach einem neuen Transportsystem gesucht, das außerdem noch wirtschaftlicher sein sollte. Diesen Voraussetzungen entsprach der Bahnbetrieb. Die erste Bahnstrecke auf dem europäischen Festland, die Pferdebahn Gmunden - Linz - Budweis, wurde gebaut.

Die "Ischlerbahn" - eine logische Konsquenz

Nach der Eröffnung der Kaiserin-Elisabeth-Westbahn wurde ab 1877 auch das Trauntal erschlossen. Die Kronprinz-Rudolf-Bahn ermöglichte es damit auch dem Kaiser mit dem Hofsalonwagen direkt von Hietzing nach Ischl in die Sommerfrische zu reisen. Aber noch fehlte eine Verbindung von Ischl nach Salzburg! Verschiedene Überlegungen über den Bau einer normalspurigen Bahn entweder durch das Ischltal oder durch das Weißenbachtal in Richtung Mondsee und weiter über Eugendorf nach Salzburg wurden wegen der hohen Kosten und des Widerstandes der k. k. Staatsbahn wieder verworfen. Auch eine Flügelbahn von Ischl nach Strobl mit Schiffsanschluß zur geplanten Zahnradbahn auf den "Österreichischen Rigi" - dem Schafberg - konnte nicht realisiert werden. Erst die Schmalspurversion von Ing. Wilhelm Michl bekam die Chance auf Verwirklichung zugesprochen. Gemeinsam mit der Firma Stern & Hafferl wurde ihm schließlich die Konzession am 13. Jänner 1890 mit der Auflage, die Bahn in der vom Militär gewünschten "Bosnischen Spur" - die Breite von 760 mm - zu errichten, erteilt. Die konstituierende Generalversammlung der "SALZKAMMERGUT-LOCALBAHN A.G." fand neun Monate später am 22. September 1890 statt. Die "Münchner Localbahn A.G." erwarb die meisten Aktien. Deshalb wurden die Lokomotiven auch von der Firma Krauss geliefert und im Zweigwerk Linz nach Zeichnungen der Steyrtalbahn-Maschinen modifiziert. Daraus entwickelte sich in weiterer Folge die bekannte Lokomotivreihe "U", die auf fast allen Schmalspurstrecken der k. k. Staatsbahn zum Einsatz gelangten.

Von Ischl nach Salzburg

Der Bau der SKGLB-Strecken begann unverzüglich. Schon am 5. August 1890 konnte die 9 km lange Strecke von Ischl nach Strobl in Betrieb genommen werden. Ein äußerst strenger Winter verzögerte vorerst den Weiterbau, und erst am 28. Juli 1891 wurden die 31 km von Salzburg nach Mondsee dem Verkehr übergeben. Zuletzt wurde der technisch schwierigste Teil zwischen St. Lorenz und Strobl fertiggestellt. Die Aufnahme des durchgehenden Verkehrs von Salzburg nach Ischl erfolgte schließlich am 20. Juni 1893. Die endgültige Streckenlänge von 67 km erreichte die Bahn aber erst ein Jahr später, als am 3. Juli 1894 auch der Bau des Kalvarienberg-Tunnels und des Vier-Schienen-Gleises vom Ischler Güterbahnhof zum Staatsbahnhof abgeschlossen war. 1901 reiste "Seine Majestät, Kaiser Franz Joseph I." in einem der drei damals vorhandenen Salonwagen von Ischl nach Salzburg.

Wirtschaftskrise und Zweiter Weltkrieg

Zur Gesellschaft "SKGLB" gehörte auch die Zahnradbahn auf den Schafberg, die gemeinsam mit dem Schafberghotel als Folge der Wirtschaftskrise der Dreißigerjahre an das "Österreichische Verkehrsbureau" verkauft wurden. Mit der Besetzung Österreichs durch Deutschland fielen diese Betriebe an die Deutsche Reichsbahn (ab 1945 übernahmen dann die ÖBB diese Betriebe). Die Wirtschaftskrise setzte der SKGLB stark zu. Besonders die "Tausend-Mark-Sperre" wirkte sich auf den Tourismus negativ aus und schmälerte die Einnahmen. Auch der versuchsweise Einsatz von Schienenbussen und vierachsigen Personenwagen konnte den langsamen Niedergang nicht verhindern. Schließlich mußte der Betrieb 1937 kurzfristig eingestellt werden da die Gehälter nicht ausgezahlt werden konnten. 1938 war schlagartig alles anders, und der Verkehr erreichte astronomische Höhen. 1945 geriet die SKGLB noch in den letzten Kriegstagen in Kampfhandlungen, als am 11. April zwei amerikanische Jagdbomber einen Zug beschossen und fünf Tote zu beklagen waren.

1945 - 1957: Zwölf Jahre Todeskampf

1946 sollte die Bahn reorganisiert und mit Hilfe von ERP-Krediten ausgebaut werden. Die schon 1912 geplante Elektrifizierung wurde seitens der Firma Stern & Hafferl neuerlich in Erwägung gezogen. Aber das Verkehrsministerium und die Bundesländer Salzburg und Oberösterreich lehnten alle eingereichten Pläne ab; die "SALZKAMMERGUT-LOKALBAHN" sollte lieber der ÖBB zugeschoben werden ... Der Auftakt zum "Todesstoß für die Ischlerbahn" war vollzogen und sollte Signalwirkung für viele andere Bahnen haben.

Am 15. August 1957 hörte man zum ersten Mal von der bevorstehenden Einstellung der SKGLB. Alle Ansuchen der Betroffenen um Vorsprachen bei den Verantwortlichen wurden abgelehnt Als "Tag des Hilferufes" ging der 21. September in die Geschichte der Ischlerbahn ein: Über 3.000 Personen beteiligten sich in der Landeshauptstadt Salzburg am Protest-Schweigemarsch, dem auch Presse, Kino-Wochen-schauen und das junge österreichische Fernsehen große Bedeutung beimaßen. In einer spontanen Unterschriftenaktion dokumentierten weit mehr als 10.000 Betroffene ihre Bitten um Weiterführung der Bahn. Aber auch sie wurden ignoriert ...!

Die amtliche Veröffentlichung des endgültigen "Aus für die Ischlerbahn" erfolgte am 25. September 1957. Fünf Tage später - am 30. September - verkehrte unter großer Anteilnahme von Bevölkerung und Urlaubsgästen der letzte Personenzug, ehe auch der Güterverkehr am 10. Oktober 1957 eingestellt wurde. 67 km Bahn waren der Preis für 300 m Straße ...

Im Volksmund hieß SKGLB: Sie Kommt Gar Langsam und Bedächtig. Hoffentlich kommt sie gerade deshalb bald wieder, denn zuverlässig war sie immer - unsere "ISCHLERBAHN"!

Ferry A. Kössler

 

Konzept belegt Wirtschaftlichkeit
Ing. Peter Kemptner und Gottfried Mayer stellten das generelle Konzept zur Wiedererrichtung der Salzkammergut-Lokalbahn vor.
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Wiedererrichtung der Salzkammergut-Lokalbahn

www.SKGLB.org
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