16.10.2007 19:30 Informationsabend zur Wiedererrichtung der SKGLB im Gemeindesaal Thalgau
Die 1893 eröffnete Ischlerbahn verband nicht nur Salzburg mit Bad Ischl, sondern machte die Region Mondsee – Wolfgangsee zu einem weltberühmten touristischen Highlight. Auch für den Pendlerverkehr hatte sie eine nicht zu unterschätzende Bedeutung. Ihre Einstellung 1957 war ein schwerer Fehler der damaligen Politik. Dieser könnte, spät aber doch, jetzt behoben werden. Am Dienstag, den 16. Oktober 2007, um 19:30 hat die Thalgauer Bevölkerung Gelegenheit, das Projekt „Salzkammergutlokalbahn Neu“ im Detail kennen zu lernen und mit Mitgliedern des Konsortiums zur Wiedererrichtung der SKGLB zu diskutieren.
Trotz großzügigster Straßenbauten stößt der motorisierte Individualverkehr in der Relation Salzburg – Mondsee – Wolfgangsee – Bad Ischl an seine Kapazitätsgrenzen. Das Fehlen eines leistungsfähigen Verkehrsmittels macht sich schmerzlich bemerkbar. Die enorme Bevölkerungszunahme im „Speckgürtel“ der Stadt Salzburg entlang der Strecke der ehemaligen SKGLB machte aus ehemals kleinen Orten wie Thalgau, Eugendorf oder Strobl Satellitenstädte, die überwiegend von Tagespendlern bewohnt werden.
Das führt zu einem mittlerweile täglichen Straßenverkehrschaos im östlichen Flachgau und zwischen Strobl und Bad Ischl, vor allem aber in der Stadt Salzburg. Kommen zu den täglich pendelnden Werktätigen auch noch Touristen aus der Region, die bei schlechtem Wetter einen Ausflug in die Stadt unternehmen, tritt vollends der Stillstand ein. Andererseits leiden die Fremdenverkehrsgemeinden notorisch am Besucherschwund und brauchen dringend eine zusätzliche Attraktion.
Die logische Ergänzung
Das ambitionierte Projekt zur Wiedererrichtung der Salzkammergutlokalbahn verspricht Lösungen auf unterschiedlichen Gebieten: Als leistungsfähiges, modernes Nahverkehrsmittel mit dichten Taktverkehr ist es die logische Ergänzung des derzeit entstehenden Salzburger S-Bahn Netzes um einen Ostast und bringt die Pendler staufrei zu ihren Arbeitsplätzen. Im Touristenverkehr verbindet sie die an der Strecke gelegenen weltbekannten Fremdenverkehrsattraktionen und bietet Kombinationsmöglichkeiten mit der Schifffahrt, der Schafbergbahn oder dem Fahrrad. Zudem würde die Einrichtung eines Nostalgieverkehrs als zusätzliche Attraktion den Tourismus ankurbeln und Eisenbahnfreunden aus der ganzen Welt als neue Zielgruppe erschließen.
Mit siedlungsnahen Haltestellen erschließt die Bahn ein Bevölkerungspotenzial, das mit 50.000 Personen beinahe doppelt so hoch ist wie das der sehr erfolgreichen Salzburger Lokalbahn. Ersten Studien zufolge ist mit einem gewinnbringenden Betrieb rechnen. Vor einer Detailplanung und Trassenfestlegung ist jedoch eine vertiefende Machbarkeits- und Wirtschaftlichkeitsstudie erforderlich, über deren Finanzierung mit den zuständigen Bundes-, Landes- und Lokalpolitikern verhandelt wird.


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